STÄDTEBAULICHE STUDIE RANTÍŘOV

Entwurfsverfasser: Pavel Hnilička
Mitarbeit: Lenka Tomášová, Lucie Cutáková, Marek Řehoř
Kunde: Vladimír Šašek
Verkehr: Josef Filip
Gartenplanung: Magdalena Myšková Kaščáková
Bearbeitetes Gebiet: 5,7 ha
Projekt: 2015

Veröffentlicht: Zlatý řez, č.39 - Venkov
 
Für das neuen Bauland ist Wohnen in einzeln stehenden Einfamilienhäusern mit Garten unter Ergänzung kleinteiliger sozialer Infrastruktur vorgesehen. Konzept des Projekts ist die Wiederbelebung des traditionellen Modells der Dorfbebauung mit Dorfplatz und Eckbebauung der Grundstücke. Die Platzierung der Bauten an der Grundstücksgrenze nutzt das Grundstück besser aus und gewährt dem Garten eine Intimität, die bei der üblichen Solitärbebauung von Einfamilienhäusern verloren geht. Die Erfahrung mit alten Gehöften und Gütern zeigt, dass der traditionelle Dorfbautypus mit seinem friedlichen, stillen und sonnendurchfluteten Hof auch heute gut nutzbar wäre. Der Grundriss des Wohnhauses lässt sich für heutige Bedürfnisse leicht in eine schmalere Form bringen und nach drei Seiten öffnen, wobei eine Seite ohne Öffnungen bleibt. Die Nachbarsseite wird somit gleichzeitig zum Zaun zum Nachbarsgrundstück und die Bewohner sehen sich nicht gegenseitig „auf die Teller“.

Die Siedlungsgrenze haben wir mit Rücksicht auf das Gelände entlang der Höhenlinien geführt. Die Bebauung reagiert somit sensibel auf die Landschaft und bildet eine sanfte Kurve. Die Linie verläuft in keine bestimmte Richtung und folgt keiner historischen Spur. Die Bebauung ist in zwei Etappen geplant. In der ersten Etappe werden die durch den Flächennutzungsplan vorgesehenen Bauflächen genutzt. In der zweiten Etappe planen wir, die Flächenreserve in Größe von 2,2 ha in eine andere Form zu modulieren, unter Beibehaltung ihrer Größe. Zur Grenze zu den Feldern sind die Gärten der Grundstücke gerichtet, hinter denen nur noch ein Fußweg führt. Die Gärten bilden somit einen allmählichen und natürlichen Übergang zum Feld.

Entlang der Straße von Rantířov nach Jihlava schlagen wir einen neuen Dorfplatz mit Baumreihen an beiden Seiten vor. Der großzügige Raum wird zum neuen Dorfplatz Rantířovs, das bis jetzt keinen Dorfplatz hat. An beiden Seiten platzieren wir ein Gebäude der sozialen Infrastruktur. Oben das Gemeindeamt (oder idealerweise eine Kirche – falls sich in der heutigen Zeit ein Bauherr findet), unten kleine Geschäfte und Dienstleistungen. Den Hauptplatz ergänzen wir durch einen kleineren Platz mit Akzent auf Fußgänger und Bewegung von Kindern. Jeder dieser Orte besitzt einen anderen, unverwechselbaren Charakter.