STUDENT HOUSE HOLEŠOVICE

Entwurfsverfasser: Pavel Hnilička, Marek Řehoř 
Mitarbeit: Jana Kafková, Lucie Cutáková
Klient: Karlín Group
Projekt: 2015
Überbaute Fläche: 2 507 m²
Brutto-Grundfläche: 16 446 m²
 
Veröffentlichungen: Hospodářské noviny 6.5.2015

Das Gebäude bekennt sich bewusst zum großstädtischen Bauformat mit geschlossener Baulinie. Die Fassaden mit ihrem geöffneten Parterre sind natürliche Partner des Straßenraumes. Gemeinsam mit der Reihe der Straßenbäume schaffen sie ein angenehmes städtisches Umfeld, in welchem ein breiter Fußweg eine Selbstverständlichkeit ist. Gerade dieser Bautyp ist in diesem Teil des Viertels Holešovice nur bei einigen wenigen Bauten aus der Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zu finden, die hier als Reste einer Bombardierung emporragen. Unsensible Eingriffe meist in Form von Verkehrsbauten aus der Zeit des Sozialismus haben den städtischen Charakter fast vollständig zerstört. Deshalb schlagen wir vor, ein ästhetisches städtisches Umfeld wiederherzustellen, die zerstörte Straßenstruktur zu festigen und so den Bau von angenehmen und sicheren Straßen zu ermöglichen. Wir entwerfen ein Haus, das von seiner technischen Ausstattung modern ist, von seiner Komposition jedoch bewusst klassisch auftritt, damit es eines der ersten stolzen Gebäude auf dem Weg der Wiederbelebung von Holešovice zu einem pulsierenden und attraktiven Stadtteil ist.

Die innere Aufteilung des Gebäudes entspricht dem Typus eines Hotels. Den unteren Bereich nehmen die Eingangshalle, die Gemeinschaftsbereiche, das Erholungs- und Sportangebot und die Haustechnik ein, des Weiteren sind hier Geschäfte und Dienstleistungen untergebracht. Die Eingangshalle liegt an der Gebäudeecke und hiermit logisch am exponiertesten Punkt des Gebäudes, sie weist somit in Richtung des Stadtzentrums. Sie bietet eine breite Skala unterschiedlicher Räume, damit sich jeder ganz nach Lust und Laune das Passende auswählen kann. Von Räumen mit viel Trubel über stille Ecken bis hin zu abgetrennten Studierzimmern. Ein interessantes Angebot ist der Gemeinschaftssaal, wo im normalen Betrieb zur Bar gehörende Tische aufgestellt sind. Je nach Bedarf kann er durch Schiebewände abgeteilt werden, was die Möglichkeit bietet, hier Filme zu zeigen, Theater zu spielen, Vorträge zu veranstalten oder schlicht und einfach zu tanzen. Der Gemeinschaftsbereich öffnet sich direkt zum Garten, wodurch er in den Sommermonaten bei Veranstaltungen durch die Außenterrasse erweitert werden kann. Den Grundbaustein des Gebäudes bildet ein Appartementzimmer mit Bett, Schreibtisch, eigenem Bad und kleiner Küchenecke.

Die Komposition der Außenhaut wird durch das regelmäßige Fensterraster im Mauerwerk begleitet durch traditionelle Gliederung durch Simse und Pilaster in vereinfachter Form erzeugt. Die vertikale Gliederung erfolgt durch das jahrhundertelang erprobte und gut funktionierende Schema der drei Ebenen: Sockel (Erdgeschoss), eigentlicher Baukörper (Fensterreihen) und Dach (bzw. zurückspringendes Geschoss). Das zurückspringende Geschoss wird mit voroxidiertem Kupferblech verkleidet und wirkt somit bereits wie ein Dach. Dadurch wird die Gebäudehöhe optisch reduziert, wodurch sich der Bau besser ins Stadtbild einfügt.