CORNLOFT ŠALDOVA IN PRAG – KARLÍN

Generalplaner: Baumschlager Eberle / Carlo Baumschlager, Dietmar Eberle, Eckerhart Loidolt, Cedric Niesser, Kari Silloway, Veronika Hamšíková
Örtlicher Architekt in Tschechien: Pavel Hnilička
Landschaftsarchitekten: Vogt Landschaftsplaner
Kunde: Real Estate Karlín Group
Bauunternehmen: FCC Vinci
Projekt: 2002–2006
Ausführung: 2008–2009
Brutto-Grundfläche: 21 361 m²
Nutzung: 118 Wohnungen, Geschäfte, Büros
Fotograf: Eduard Hueber, Ondřej Polák

Veröffentlichungen: ASB 7-8/2009

www.baumschlager-eberle.com

Der Prager Stadtteil Karlín war einst eine Vorstadt, wo Fabriken errichtet wurden. Heute liegen die Fabriken still, das Stadtviertel hat durch seine Nähe zum Zentrum an Attraktivität gewonnen und hier wird viel gebaut. Das Zusammenspiel von Alt und Neu verleiht dem Ort seine Kraft. Unser Projekt lebt gerade von diesem Zusammenspiel. Es besteht aus zwei Gebäuden: einem Altbau, den wir umgebaut und mit dem Neubau im Hof verbunden haben. Das ursprüngliche alte Gebäude trägt die Konskriptionsnummer 1 und stammt von Ende des 19. Jahrhunderts. Es wurde als Ölmühle für Rapsöl erbaut, welches damals hauptsächlich als Lampenöl diente. Nach relativ kurzer Zeit setzte sich allgemein die Gasbeleuchtung durch, womit das Gebäude seinen Zweck verlor. Die Räume wurden durch František Křižík gemietet, der hier an Elektromotoren arbeitete. Nach ihm war hier eine Verkaufsstelle der Automobilmarken Praga und später dann Avia.

Das ursprüngliche Gebäude ist rund 130 lang und hat eine Spannweite von 16 m. Die bauliche Lösung weist zwei Stützenreihen in der Mitte auf. Die ursprünglichen Gusseisensäulen, auf denen niedrige Ziegelgewölbe aufliegen, haben wir erhalten, hölzerne Stützen und Decken mussten wegen der geringen Deckenhöhen (ursprünglich nur zur Lagerung des Rapses) und auch aus Brandschutzgründen durch eine neue Konstruktion ersetzt werden. In das Fensterraster von 4 Metern haben wir Maisonnettewohnungen verschiedener Größen integriert und damit erreicht, dass jede Wohnung Fenster sowohl zur Straße als auch zum Hof besitzt, wo sich eine Loggia befindet. Maisonnettewohnungen ermöglichen die visuelle Verbindung der einzelnen Geschosse und vergrößern somit die gefühlte Deckenhöhe.

Der Neubau im Hof ist als moderner, unabhängiger Bau gelöst. Er besitzt drei Erschließungskerne, die drei Volumen bilden. Diese verbinden sich im dritten Geschoss und bilden Brücken, unter denen der Durchgang zum Hof möglich ist. Unter dem Neubau sind die Parkflächen für den gesamten Komplex angeordnet, insgesamt für 138 Autos. Der Neubau und der Altbau sind mit einer bedruckten Glasfassade bekleidet, welche ermöglicht, das Maß der Intimität der Loggien und Wohnräume zu regulieren. Durch letztere Maßnahme lässt sich ein engerer Kontakt der Bauten und somit eine höhere Baudichte erzielen.

Weitere Informationen:
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